Thema
DigitalisierungMITGESTALTEN
Der Infrastruktur des Internets liege, so Jan-Hinrik Schmidt (2013), ein Teilhabeparadox zugrunde.
Den Gestaltungsspielräumen stehen Befürchtungen gegenüber Big Data lade zum Mißbrauch ein.
Welche Formen der Teilhabe und der Aushandlungsprozesse können durch digitale Medien gefördert werden?
An welche Grenzen stoßen diese Möglichkeiten im »Panoptikum« des Internets?
Studienprojekte I
Teilhabe zwischen Dystopie und Utopie
vom Subjekt zum Objekt
durch Cyber-Mobbing und Hate Speech?
vom Objekt zum Subjekt
durch selbstgestaltete (digitale) Räume und Diskursformate!
Angela Frick Taking the Blackpill Gender- & Wirklichkeitsdiskurse im Web 2.0
Angela Frick Taking the Blackpill Gender- & Wirklichkeitsdiskurse im Web 2.0
Die virtuelle Realität sieht leider anders aus. Entgegen der utopisch vielversprechenden Erwartungen der 1990er, entwickelt sich der Geschlechterdiskurs im Netz in eine erschreckend misogyne Richtung. Männerdominierte Messageboards wie 4Chan und Reddit, wie zahlreiche Foren der sogenannten Manosphere, dienen der Aufrechterhaltung regressiver Geschlechterkonstruktionen. Durch Praktiken wie Hatespeech und Doxxing oder Aktionen wie dem Fappening oder #GamerGate wird gezielt versucht, Frauen* ihre Teilhabemöglichkeit zu entziehen und die hegemoniale Stellung von Männern im Internet zu sichern.
Um den Blick von Internetnutzer*innen für diskriminierende Inhalte dieser Art zu sensibilisieren, möchte ich mit meinem Projekt Taking the Blackpill die Wirklichkeits- und Geschlechterkonzeption, sowie die daran gekoppelte Kommunikations- und Handlungspraxis dieser Community beleuchten und mich mit der Frage auseinandersetzen, wie dieser im virtuellen Raum entgegengetreten werden kann.
Louisa Anschütz Vom Körper sprechen Somatische Abtreibungsbeschreibungen im digitalen Raum
Louisa Anschütz Vom Körper sprechen Somatische Abtreibungsbeschreibungen im digitalen Raum
Ich möchte für die Lage von Frauen sensibilisieren, die sich aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft mit einem Schwangerschaftsabbruch konfrontiert sehen. Untersucht werden dafür ausgewählte Erfahrungsberichte, in denen betroffene Frauen ihr physisches Erleben von der Feststellung der Schwangerschaft, der Entscheidungsfindung und der praktisch-medizinischen Umsetzung beschrieben haben. Das Interesse gilt den somatischen Wahrnehmungsbeschreibungen der Frauen und es wird versucht herauszufinden wie sich medizinischer, ethischer und juristischer Diskurs auf das konkrete Leiberleben niederschlagen bzw. welche Sprache die Frauen für ihre körperliche Wahrnehmungen finden. Da die Bewertung von Schwangerschaftsabbrüchen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen unterliegt und Angst vor sozialer (Teil-)Ausgrenzung besteht, bietet das Internet den Betroffenen einen anonymen Raum, um Informationen und Hilfe im interaktiven Austausch mit Menschen zu bekommen, die ähnliche Erfahrungen durchleben.In der Theorie sind zwei Spannungsfelder auszuloten: die Soziogenese des »Erlebnisechos« des materiellen Körpers im und durch das Internet einerseits und die aktive Gestaltung demokratischer Strukturen des Internets andererseits.
Zitat: Cwiertnia, Laura: Ich mache es weg, in: ZEIT Campus Nr. 2/2017, 8. Februar 2017.
Abb.: © Annegret Soltau, Nähe, neunteilige Fotoserie, Privatbesitz, in: Austellungskatalog Vieth, Lisa; Staupe, Gisela (1993): Unter anderen Umständen. Zur Geschichte der Abtreibung, Deutsches Hygienemuseum Dresden, Argon Verlag, Berlin.
Elena PeckhausSex. Begehren. Vermarktung. digital
Elena Peckhaus Sex. Begehren. Vermarktung. digital
Elena Peckhaus Sex. Begehren. Vermarktung. digital
»I always wondered why somebody
doesn’t do something about that.
Then I realized I was somebody.«
Lily Tomlin
Anna K. Milbrath & female*.diversity Chiara Vössing-Guth
Anna K. Milbrath & female*.diversity Chiara Vössing-Guth
Diese Fragen lassen sich nicht schnell beantworten - es gibt eine Vielzahl von Perspektiven auf sie. Verschiedene Weiblichkeiten sichtbar zu machen – das ist unser Ziel. Aus diesem Grund wollen wir über Weiblichkeit(en) in Dialog treten, Inspiration liefern. Im Podcast female.diversity möchten wir zusammen mit unseren Gäst*innen einen Raum schaffen, in dem wir über diese Vielfalt von Weiblichkeiten reden können. Mannigfaltigste Perspektiven und Geschichten sollen in diesem Prozess zum Vorschein kommen, ums sie als Mosaike zu einem großen Portrait zusammenzufügen und sichtbar zu machen.
Foto: © Anna K. Millbrath & Chiara Vössing-Guth
Studienprojekte II
DigitalisierungGerechtigkeit und Partizipation
Sind wir Subjekte oder Objekte
im Kontext digitaler Prozesse
– ob in der sozialen Interaktion oder
auf dem europäischen Campus?
Valentina Keller WhatsWrong Verändern Kurznachrichtendienste unsere Kommunikation?
Valentina Keller WhatsWrong Verändern Kurznachrichtendienste unsere Kommunikation?
»das widerstehende Reale immer mehr zum Verschwinden« (Han 2018, 75). Instant-Messaging-Anbieter wie WhatsApp erweitern die natürliche menschliche Art des Kommunizierens um einen Faktor, der in das Sozialverhalten eingreift: Ob ich soziale Netzwerke nutze oder nicht beeinflusst meine gesellschaftliche Zugehörigkeit.
Ein Artikel zum Thema ist in Unicross erschienen.
Außerdem wurde eine Umfrage gestartet.
Foto: © Valentina Keller
»Ist zwar lustig,
aber gleichzeitig auch gruselig,
permanent Zugang zu den Hosentaschen
anderer Menschen zu haben,
oder?«
»Wo ließen sich heute im Cyberspace-Zeitalter des Computers, der Tele-Arbeit und des WWWeb, der gemeinschaftliche Ort und der soziale Zusammenhalt eines Campus noch ausmachen?
Wo ist innerhalb dessen, was Mark Post als Cyber Democracy bezeichnet, der Ort, an dem Demokratie, und sei es eine universitäre Demokratie, stattfindet?«
Jacques Derrida
Die unbedingte Universität, 2001
Partizipation auf dem virtuellen Campus Phillip Stöcks
Partizipation auf dem virtuellen Campus Phillip Stöcks
Foto: © Phillip Stöcks.
Kick-off Event der Europäischen Kommission für die European Universities Förderlinie des ERASMUS+ Programm, November 2019, Brüssel.
Bunte Scheinwerfer beleuchten einen großen Veranstaltungssaal. Auf der Bühne ist ein zweistufiger Halbkreis installiert, welchen ähnlich wie ein Hörsaal, Zuhöhrer*innen in zwei Reihen Platz bietet.